Unsere diesjährigen Obstneuheiten aus eigener Produktion sind die Apfelsorten, dazu kommen noch Himbeer-u. Brombeersorten und eine fruchtende Mandel:
Äpfel  Ahrista - Allegro - Tramin
Himbeeren BABY DWARF - Sugana TWOTIMER
Brombeeren Little Black Prince - Navaho The Big Easy
Süßmandel Papersky


Die Anzucht der zu topfenden Ware erfolgt wie bei den wurzelnackten Kulturen.
Wir kaufen 1-jährige, bewurzelte Unterlagen zu, die aus einer speziellen Unterlagenbaumschule kommen. Diese werden sortiert, geputzt und zum Frostschutz wieder in Sand eingeschlagen. Wenn das zeitige Frühjahr beginnt, bauen wir um die Kulturfläche eine Zaun, denn Hasen und Rehe können enorme Schäden anrichten. Kurz vor der Pflanzung im April wird der Boden gegrubbert, bis er Saatbettqualität hat. Die Obstgehölze werden mit der Hand gepflanzt, was einen Bodeschluss sichert, der für das Anwachsen enorm wichtig ist. Sie sehen am Anwachsergebnis (letztes Bild) - es klappt.

In der ersten Vegetationszeit wird gegrubbert, gehackt, gedüngt - also alles, damit die Unterlagen optimal wachsen.
Im Sommer erfolgt das Veredeln der gewünschten Sorte. Dazu werden Reiser gewonnen und aus diesen Augen in die Rinde eingesetzt und geschützt- Baumschulspezialwissen u. -können sozusagen.  Die Augen sind gut 2 Wochen später angwachsen.


Zum Winterausgang wird die Wildkrone - also die Verzweigung der Unterlage - abgeworfen, d.h. über dem Auge abgeschnitten. Nur noch das Auge soll versorgt werden und kräftig austreiben. Für das Grobe gibt es ein Gerät, dann schneiden unsere Mitarbeiterinnen nochmals genau über dem Auge mit der pneumatischen Schere ab. Da ist Geschick gefragt, damit nicht der Schlauch oder das Auge erwischt werden ....
Die Augen treiben aus, mit ihnen ´Wildes´aus schlafenden Augen der Unterlage. Deshalb muss von Anfang an konsequent gewildert, dazu Unkraut gejätet, gegrubbert, gedüngt, auch mal ein Schädling bekämpft werden. Da sich nur gerade Bäume verkaufen lassen, bekommt jeder Austrieb einen Stab, an dem dieser angeheftet wird - und auch das in Handarbeit. 


So stehen die Obstgehölze dann nach dem 2. Anzuchtjahr (+1 Jahr Unterlagenanzucht) auf dem Feld und werden für das Topfen gerodet. Wenn alle Herbstarbeiten abgeschlossen sind, beginnt das Eintopfen und Ausstellen - je nach Jahreszeit und Kultur in Foliehäusern, auf den Stellflächen im Betrieb oder auf unserer großen Stellfläche, die wir extra dafür gebaut haben. Diese hat 2 Wasserrückhaltebecken - aber in den trockenen Jahren ist auch das nicht ausreichend. Hat ein Baum erst einmal Trockenschäden, ist er für uns verloren.

Innerhalb von einer Vegetationsperiode wachsen die Gehölze zu kräftiger Verkaufsware heran. Dafür haben wir Unkraut gejätet, Wildwuchs beseitigt, Korrekturschnitte vorgenommen oder Bäume nach Sturm wieder aufgestellt.
Dann beginnt der Versand. Jeder Baum wird begutachtet, von Unkraut befreit, etikettiert, auf CC´s verladen und versandfertig gemacht. Große Märkte ordern ihre Ware jedoch immer mehr im Frühjahr, obwohl die bessere und sicherere Pflanzzeit der Herbst ist.


Die verkaufsfertige Ware wird im Winter mit Vlies abgedeckt  - noch gibt es in unseren Breiten Nächte mit Frost und die Wurzeln dürfen diesen nicht abbekommen. Im Frühjahr müssen z.B. auch noch die Töpfe ein ansehnliches Äußeres bekommen.

Manche Kulturen und Sorten werden auch über  Kopulation vermehrt. D.h. auf eine zugekaufte Unterlage wird das Reis der gewünschten Sorte gesetzt. Diese Winterhandveredlungen werden dann mit maschineller Unterstützung (siehe oben) getopft und über den Winter in eine Gewächshaus gestellt. Sobald Nachtfröste nicht mehr zu erwarten sind, ziehen sie auf die Stellfläche um.

Hier ist wieder für ausreichend ´feuchte Füße´ zu sorgen, es wird gewildert, gestäbt, Unkraut gezogen, gedüngt. Sie wachsen ebenso bis zum Herbst zu verkaufsfähigen Bäumen heran.

Sie sehen - es sieht moderner aus, ist moderner - und trotzdem bleibt noch jede Menge Handarbeit übrig.  Mal abgesehen vom Fachwissen und der Abhängigkeit von der Witterung und den Wachstumskreisläufen. Wenn man einmal einen guten Zeitpunkt für eine Arbeit verpasst hat, kann sie ganz schnell doppelt so aufwendig sein. Das wissen unsere Mitarbeiter und tragen die saisonalen Arbeitshöhepunkte in unserer Firma mit.
In der Natur, mit der Natur und für die Natur.